Es ist ein Bild, das Bände über den Zustand moderner Demokratien spricht: Bill Gates vor dem US-Kongress. Doch wer hier glaubt, dass gewählte Volksvertreter einen der reichsten Männer der Welt kritisch ins Kreuzverhör nehmen, erliegt einer monumentalen Illusion. Die Rede ist hinterher oft von einer „schrecklichen Fehlentscheidung“ – doch die wahre Fehlentscheidung liegt im System selbst. Dass Tech-Giganten und Multimilliardäre überhaupt eine solche Bühne bekommen, um ihre persönlichen Agenden als "philanthropische Weisheiten" zu verkaufen, wirft eine fundamentale Frage auf: Warum haben die Superreichen überhaupt das Recht, den Gesetzgebern die Richtung vorzugeben? 1. Das Prinzip „Legalisiertes Bestechungssystem“ Es ist kein Geheimnis, wie politischer Einfluss in Washington (und weltweit) funktioniert. Über ein extrem dichtes Netz aus legaler Wahlkampfhilfe, millionenschweren Lobbyverbänden und sogenannten Super-PACs kaufen sich Milliardäre wie Gates Zugang. Wenn Kongressm...