Die verdrängte Todesursache – und der doppelte Maßstab
Es gibt Zahlen, die so gewaltig sind, dass sie eigentlich jeden Aufschrei provozieren müssten. Laut WHO werden jedes Jahr rund 73 Millionen Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Zum Vergleich: Kriege fordern weltweit etwa 200.000–240.000 Tote pro Jahr. Das Verhältnis ist erschütternd – Schwangerschaftsabbrüche sind 300- bis 350-mal häufiger als Kriegstote. Und doch: kein globaler Aufschrei, keine Protestwellen, keine Medienkampagnen. Stattdessen eine stille Akzeptanz.
Euphemismen und Sprachpolitik
Die Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle. Statt von „Töten Ungeborener“ ist die Rede von „Abbruch“, „Procedure“ oder „Reproductive Health“. Begriffe, die das Geschehen neutralisieren, verharmlosen, entdramatisieren. So wird aus einer existenziellen Frage ein administrativer Vorgang – und die gesellschaftliche Debatte bleibt aus.
Frauenrechte als Schutzschild
Wer Kritik äußert, stößt sofort auf eine rhetorische Mauer: „frauenfeindlich“, „ewig gestrig“, „Angriff auf Autonomie“. Damit wird jede Diskussion über den Schutz ungeborenen Lebens im Keim erstickt. Die Realität ist komplexer: Zahlreiche Frauen selbst fordern eine Neubewertung, die echte Rechte nicht mit massenhaftem Tod verknüpft. Doch die Gleichsetzung „Embryonenschutz = Frauenhass“ ist ein wirksames Instrument, um jede differenzierte Position zu delegitimieren.
Gesellschaftliche Doppelmoral
Besonders auffällig ist die Doppelmoral in den sozialen Medien: Dort empört man sich regelmäßig über Zuwanderer mit „zu vielen Kindern“, über angebliche „Überbevölkerung“ oder „Belastung der Systeme“. Gleichzeitig aber gilt es als modern, aufgeklärt und selbstbestimmt, gar keine Kinder mehr haben zu wollen.
Noch deutlicher wird der Trend in Deutschland:
• Kinder unter 14 Jahren (2024): ca. 10,8 Millionen
• Haustiere in Haushalten (2024): ca. 33,9 Millionen
• Katzen: 15,9 Mio.
• Hunde: 10,5 Mio.
• Kleinsäuger: 4,3 Mio.
• Ziervögel: 3,2 Mio.
Damit gibt es in Deutschland dreimal so viele Haustiere wie Kinder. Hunde und Katzen füllen die Lücke, die Kinder hinterlassen – ein Symptom für eine Gesellschaft, die Leben lieber in Form von Konsum und Begleitung akzeptiert, als in Form von Verantwortung für Nachwuchs.
Der Skandal der Ignoranz
Die nüchterne Bilanz: Schwangerschaftsabbrüche sind die größte Todesursache weltweit – und bleiben dennoch unsichtbar. Kein Skandal, keine Schlagzeilen, keine Empörung. Stattdessen eine Normalisierung unter dem Label „Frauen Rechte“. Das Schweigen ist ohrenbetäubend.


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