Die Pflege-Falle: Wie Beitragszahler für ein System bluten, das sie nicht mehr versorgt
Wer heute in Deutschland pflegebedürftig wird, hat lange vorher bezahlt. Jeder Beschäftigte finanziert die Pflegeversicherung über seinen Lohn. Das Versprechen lautet: Im Ernstfall greift das System. Die Zahlen zeigen, wie brüchig dieses Versprechen geworden ist. Das Geld: Seit dem 1. Juli 2023 liegt der Beitragssatz bei 3,4 Prozent der Bruttoeinnahmen, Kinderlose zahlen 4 Prozent. Der Bundesrechnungshof bezeichnete die Lage der Pflegeversicherung bereits 2024 als prekär und warnte, der Bund müsse kurzfristig eingreifen. Die Gründe sind bekannt: 2023 gab es erstmals mehr als 5 Millionen Pflegebedürftige, 5,2 Millionen. Die Ausgaben zur Begrenzung der Eigenanteile stiegen im ersten Quartal 2024 gegenüber dem Vorjahresquartal um fast 40 Prozent. Dazu kommen Corona-Testkosten von über 4,4 Milliarden Euro, die die Pflegekassen belasten, weil der Bund nur einen Teil davon erstattet hat. Der Preis für den Einzelnen: Zum 1. Januar 2026 kostet ein Platz im Pflegeheim im ersten Aufenthalt...