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Hunger als Waffe – und die Isolation der USA und Israels

 


Hunger als Waffe – und die Isolation der USA und Israels

Im Dezember 2021 stimmten 186 Staaten für die UN-Resolution A/RES/76/166 „The Right to Food“. Nur zwei Länder stellten sich quer: die Vereinigten Staaten und Israel. Was wie eine juristische Feinheit wirkt, ist in Wahrheit ein politisches Signal von enormer Tragweite. Während die Weltgemeinschaft Nahrung als fundamentales Menschenrecht anerkennen will – inklusive des Verbots, Hunger als Kriegswaffe einzusetzen – verweigern ausgerechnet zwei der reichsten und ernährungssichersten Staaten ihre Zustimmung.

Moralische Isolation

Die Ablehnung wirkt zynisch. Gerade die USA und Israel, deren Bevölkerung kaum je mit Hunger konfrontiert ist, verweigern den ärmeren Ländern die universelle Anerkennung eines Rechts, das für sie überlebenswichtig wäre.

  • USA: Argumentieren, dass einklagbare Rechte nationale Souveränität und Handelsfreiheit gefährden.

  • Israel: Folgt traditionell der US-Linie, auch aus strategischer Bündnistreue.

Doch die Symbolik ist fatal: Wer Hunger nicht als Menschenrechtsverletzung anerkennt, signalisiert, dass ökonomische und geopolitische Interessen Vorrang haben.

Kontext: Gaza und Handelsdoktrin

Die Kritik verschärft sich durch den konkreten politischen Kontext:

  • Israel wird beschuldigt, in Gaza Hunger als Druckmittel einzusetzen.

  • USA verteidigen ihre Handelsdoktrin, die Freihandel über lokale Ernährungssouveränität stellt.

Damit wirkt das Nein nicht nur abstrakt, sondern unmittelbar menschenfeindlich.

GMO-Dominanz als Hintergrund

Beide Länder sind führend in der genmanipulierten Nahrungsindustrie:

  • USA: Weltmarktführer bei GMO-Pflanzen wie Mais und Soja. Konzerne wie Monsanto/Bayer und DuPont/Pioneer kontrollieren Patente und Saatgut.

  • Israel: Kleinere, aber hochinnovative GMO-Sparte, besonders im Bereich Agrar-Biotech und Saatguttechnologie.

Einfluss auf alternative Nahrung

  • GMO-Patente verdrängen traditionelle Landwirtschaft und erschweren den Zugang zu alternativen Ernährungsformen wie Bio oder regionalen Sorten.

  • Kritiker sehen darin eine bewusste Strategie: Wer das Recht auf Nahrung nicht anerkennt, kann leichter Märkte kontrollieren, indem er Abhängigkeiten von patentiertem Saatgut schafft.

  • „Food sovereignty“ – das Recht von Staaten, ihre Ernährungssysteme selbst zu bestimmen – wird von den USA als protektionistisch diffamiert, faktisch aber auch als Bedrohung für ihre GMO-Dominanz.

Fazit

Die Ablehnung der Resolution ist mehr als ein juristisches Detail. Sie zeigt ein strukturelles Muster: Humanitäre Prinzipien werden geopolitischen und ökonomischen Interessen untergeordnet. Dass die beiden isolierten Staaten zugleich die GMO-Industrie dominieren, verstärkt den Verdacht, dass es nicht nur um Rechtsfragen geht, sondern um die Sicherung globaler Ernährungsmärkte unter kommerzieller Kontrolle.

Das Nein zur Resolution ist damit nicht nur ein politisches Signal – es ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die Hunger als Menschenrechtsverletzung bekämpfen wollen.


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