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Armee oder Terrorist? Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert den Krieg

Armee oder Terrorist? Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert den Krieg



Es gibt einen Krieg, der vor jedem Schuss beginnt. Keinen Krieg mit Waffen — sondern einen Krieg mit Worten. Und in diesem Krieg verliert eine Seite bereits bevor die erste Kamera eingeschaltet wird.

Die Sprache der Macht

Schau dir an, wie westliche Medien über die Konfliktparteien im Nahen Osten berichten:

Auf der einen Seite: die IDF. Israelische Streitkräfte. Eine Armee. Soldaten. Verteidiger.

Auf der anderen Seite: Hamas. Hisbollah. Houthis. Milizen. Terroristen. Kämpfer. Extremisten.

Dabei ist die Wahrheit eine andere. Die Houthis kontrollieren Territorium, erheben Steuern, betreiben Verwaltung — sie sind die de-facto Regierung im Jemen. Die Hisbollah sitzt im libanesischen Parlament. Hamas gewann 2006 demokratische Wahlen in Gaza.

Aber in deutschen Nachrichtensendungen hörst du niemals: "Die jemenitischen Streitkräfte haben heute..." — es heißt immer: "Die Houthi-Miliz hat heute..."

Das ist kein Zufall. Das ist Framing. Und Framing ist Propaganda.

Der Haftbefehl, den niemand vollstreckt

Am 21. November 2024 erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Benjamin Netanjahu und seinen Ex-Verteidigungsminister Joav Galant — wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu den Vorwürfen zählen der Einsatz von Hunger als Kriegswaffe, Mord und Verfolgung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Wikipedia

124 Staaten die den Strafgerichtshof tragen sind verpflichtet, Netanjahu festzunehmen sobald er ihr Territorium betritt. taz.de

Und? Ist irgendetwas passiert? Nichts.

Bundeskanzler Merz erklärte er werde "Mittel und Wege finden" um Netanjahu trotz Haftbefehls unbehelligt einreisen zu lassen. Scholz und Baerbock schlossen eine Vollstreckung ebenfalls aus. Asj-bawue

Zum Vergleich: Als der IStGH 2023 einen Haftbefehl gegen Putin erließ, erklärte dieselbe Bundesregierung sofort — Putin würde bei Einreise verhaftet.

Gleiches Recht für alle? Oder gelten die Regeln nur für manche?

Die Antwort liegt im Geld — und in der Erpressung

Wer sich fragt warum westliche Politiker so auffällig einheitlich reagieren — der muss zwei Dinge verstehen.

Erstens das Geld: AIPAC gibt jährlich hunderte Millionen Dollar aus um US-Politiker zu beeinflussen. Das sind keine Gerüchte — das sind öffentlich zugängliche Lobbying-Berichte. Politiker die Israel kritisieren verlieren Wahlkampfgelder. Dokumentiert. Nachweisbar.

Aber Geld allein erklärt nicht alles.

Jeffrey Epstein hat uns gezeigt dass Macht auch anders funktioniert. Ein Mann der jahrelang Minderjährige an die mächtigsten Männer der Welt vermittelte — unter den Augen von Geheimdiensten, mit einem Gerichtsdeal 2008 der jeden normalen Menschen ins Gefängnis gebracht hätte. Die Frage die bis heute unbeantwortet bleibt: Wer hat ihn geschützt? Und warum?

Die Antwort liegt auf der Hand: Wer Kompromat über Politiker, Richter und Medienmacher besitzt, braucht keine Kampagnenspendengelder mehr. Erpressung ist billiger. Und effektiver.

Korrupte werden bezahlt. Unbequeme werden erpresst. Und die die sich weder kaufen noch erpressen lassen — die verschwinden aus der Öffentlichkeit. Oder schlimmer.

Das Ergebnis

Eine Armee die Krankenhäuser bombardiert heißt "Verteidiger". Eine Widerstandsgruppe die dagegen kämpft heißt "Terroristen". Ein Regierungschef mit internationalem Haftbefehl reist frei durch Europa. Ein palästinensischer Aktivist der "Free Palestine" ruft riskiert Strafverfolgung.

Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert die Wahrnehmung. Wer die Wahrnehmung kontrolliert, kontrolliert die Politik. Wer die Politik kontrolliert — der braucht keine Armee mehr.

Die Waffe des 21. Jahrhunderts heißt nicht Rakete. Sie heißt Narrativ.

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