Der Container von Wilmington: Wie ein Zahlungsrückstand 1982 einen der bizarrsten Skandale der US-Medizingeschichte offenlegte
Los Angeles, Februar 1982. Ein Repo-Team der Firma Martin Container kommt in den Hafenort Wilmington, um einen gemieteten Stahlcontainer abzuholen. Der Kunde ist mit den Zahlungen im Rückstand. Was die Arbeiter darin finden, wird tagelang die US-Presse beschäftigen, Präsident Reagan zu einer öffentlichen Stellungnahme bewegen – und bis heute in völlig unterschiedlichen Kontexten instrumentalisiert. Was passierte Der Container gehörte Malvin Roy Weisberg, Betreiber der "Medical Analytic Laboratories" in Santa Monica. Von 1976 bis März 1981 hatte sein Labor ein Geschäftsmodell, das auf dem Papier unauffällig klang: pathologische Untersuchungen an fötalem Gewebe aus Abtreibungskliniken in und um Los Angeles, abgerechnet über Medi-Cal, das kalifornische Sozialprogramm. Weisberg war kein Arzt. Für die eigentlichen Untersuchungen hatte er einen philippinischen Pathologen namens Milo Allado angestellt. Eine Associated-Press-Recherche vom Mai 1983 bezifferte die über die J...