Erst Russland, dann doch die Ukraine: Warum Berlin beim Leipzig-Drohnenfall vorsichtiger sein sollte
Kaum ist eine Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle sichergestellt, steht für die Bundesregierung der Schuldige fast schon fest: Moskau. Ein Blick zurück auf Nord Stream zeigt, wie gefährlich diese Reflexhaftigkeit ist. In der Nacht auf Mittwoch vergangener Woche wird auf dem Rollfeld des Flughafens Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff sichergestellt – unweit einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine. Ein Flughafenmitarbeiter tritt sie zu Boden, der Zünder erweist sich als defekt. Noch bevor die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und des sächsischen LKA abgeschlossen sind, verdichtet sich in Berlin eine These: Russland. "Bild" beruft sich auf Erkenntnisse, die den Vorfall einem mutmaßlich russischen Geheimdienst zuschreiben sollen. Außenminister Johann Wadephul kündigt eine "Reaktion" an, Innenminister Alexander Dobrindt trifft sich eilig mit ihm in Berlin. Eine offizielle Zuordnung, das betont die Bundesregierung selbst, gibt es bi...